Präimplantationsdiagnostik (PID)

Bei der PID handelt es sich um eine Kombination modernster Verfahren der Fortpflanzungsmedizin mit den neuesten Methoden der genetischen Diagnostik. Dabei untersuchen wir einen Embryo vor der Übertragung in die Gebärmutter gezielt auf genetische Veränderungen.

Nachdem wir eine ICSI durchgeführt haben, entnehmen wir aus den dabei entstandenen Blastozysten vorsichtig einige Zellen (Abb. 7). Diese Zellen übergeben wir zur Untersuchung den spezialisierten Genetikern der genetischen Institute der Universität Zürich. Die Blastozysten frieren wir ein bis das Resultat der genetischen Untersuchung bekannt ist. Das Ergebnis der Analyse besprechen wir anschliessend mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch. Darauf transferieren wir im anschliessenden Zyklus eine nicht betroffene Blastozyste.

Mit der Anwendung der PID können wir unter anderem:

  • die Übertragung schwerster, familiär gehäufter, genetischer Erkrankungen vermeiden.
  • die Schwangerschafts- und Geburtschancen eines Embryotransfers verbessern.
  • das Fehlgeburtsrisiko senken.

Die PID untersteht in der Schweiz einer strikten gesetzlichen Regelung. Wir müssen deshalb in jedem einzelnen Fall individuell prüfen, ob sie medizinisch sinnvoll ist und wir gemäss den Vorgaben des Fortpflanzungsmedizingesetzes die PID durchführen dürfen.

Wenn wir die PID zur Vermeidung der Übertragung schwerster, familiär bekannter, genetischer Erkrankungen einsetzen, überweisen wir Sie zur Vorbereitung der PID vorangehend zu einer genetischen Abklärung und Beratung. Zudem empfehlen wir Ihnen eine psychologische Beratung und Begleitung.

Auch bei sorgfältigstem Vorgehen kann es gelegentlich zu Fehldiagnosen kommen. Wenn Sie dieses Risiko ausschliessen möchten, können Sie nach dem Eintreten einer Schwangerschaft in der 12. Schwangerschaftswoche eine Chorionbiopsie oder später eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) zur Sicherung der Diagnose durchführen lassen.

Ebenso wie die ICSI stellt auch die PID keine Pflichtleistung der Krankenkassen dar. Sie müssen pro Zyklus mit zusätzlichen Kosten von 2000 bis 5000 Franken rechnen.

Abb. 7: Entnahme von mehreren Zellen aus dem Trophoblasten für die Präimplantationsdiagnostik.

Polkörperdiagnostik (PKD)

Falls eine PID gesetzlich nicht zugelassen ist, haben Sie die Möglichkeit der PKD. Im Unterschied zur PID führen wir hier eine genetische Analyse der Polkörper der Eizellen durch und nicht des Embryos.

Polkörper sind von der Eizelle ausgestossene zelluläre Bestandteile. Sie enthalten ein Abbild des Erbguts der Eizelle und lassen so Rückschlüsse auf die genetische Zusammensetzung der Eizelle zu.

Da wir Eizellen untersuchen, ist bei der PKD die genetische Untersuchung auf Erkrankungen beschränkt, die von der Mutter vererbt werden. Zudem müssen wir mehr Zellen untersuchen als bei der PID, was die Untersuchung aufwändiger und damit teurer macht. Ansonsten ist der Ablauf aber vergleichbar mit einer PID.

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Abb. 8: Eintnahme eines Polkörpers von einer Eizelle für die Polkörperdiagnostik