Was zu beachten ist

Sprachkenntnisse:
Wegen der Komplexität der Behandlung ist es notwendig, dass beide Partner über genügend Kenntnisse einer uns geläufigen Sprache verfügen (Schweizer Landessprache oder Englisch).

Schweizer Gesetzgebung
Gemäss Schweizer Gesetzgebung (Fortpflanzungsmedizingesetz; FMedG) können wir die IVF nur bei heterosexuellen Paaren durchführen, welche in einer stabilen Beziehung leben.

Empfindlichkeit von Embryonen
Da Embryonen sehr empfindlich gegenüber schädigenden Einflüsse sind, bitten wir unsere Paare am Tag der Eizellentnahme und des Embryotransfers kein Parfum oder stark riechendes Deodorant oder Rasierwasser sowie keine BodyLotion zu verwenden.

Ungenügende Stimulationsreaktion:
Wenn die Hormonanalysen oder die Ultraschalluntersuchungen zeigen, dass im betreffenden Zyklus keine normale Reifung oder die Reifung einer ungenügenden Zahl von Eizellen erfolgt, nehmen wir keine Follikelpunktion vor.

Überstimulation:
Mitunter ergibt sich eine Überstimulation der Eierstöcke, welche sich in den seltenen schweren Fällen (< 1/100 Stimulationen) mit Unterleibsschmerzen, Übelkeit und Erbrechen äussert. Diese schweren Fälle erfordern eine meist nur einige Tage dauernde stationäre Behandlung. Bei Eintreten einer Schwangerschaft kann sich aber die Rückbildung der Überstimulation über mehrere Wochen hinziehen.

Operative Komplikationen:
Eine Follikelpunktion ist ein operativer Eingriff, auch wenn sie häufig ohne Narkose durchgeführt werden kann. In seltenen Fällen kann es zu Verletzungen von Bauchorganen oder Blutgefässen kommen. Dann muss der Bauchraum sofort eröffnet werden, um eine solche Verletzung chirurgisch zu versorgen. Diese Komplikation kommt in weit weniger als 1 von 1000 Punktionen vor. Damit wir für einen solchen Notfall vorbereitet sind, werden alle Patientinnen, auch wenn die Follikelpunktion ohne Narkose geplant ist, auf eine Narkose vorbereitet.

Keine Schwangerschaft:
Leider kann nicht in jedem Behandlungszyklus eine Schwangerschaft erzielt werden. Beispielsweise ist es möglich, dass in einem Zyklus keine reife Eizelle gewonnen wird, dass die Eizelle nicht befruchtet wird, oder dass sich die Eizelle nach der Befruchtung nicht weiterentwickelt. Diese Probleme sind aber nicht in erster Linie durch die Behandlung, sondern durch die allgemein niedrige Fruchtbarkeit des Menschen bedingt.

Mehrlinge:
Die Übertragung mehrerer Embryonen erhöht nachweislich die Schwangerschaftschance. Daher wird eine hormonelle Stimulation durchgeführt, welche mehrere Eizellen zur Reifung bringt. Trotz Vorsichtsmassnahmen kommt es bei Eintreten einer Schwangerschaft in ca. 20% zu Zwillingen (sehr selten Drillinge).

Fehlgeburten:
Ein Eileiterschwangerschaftsrisiko von ca. 5% besteht auch bei nur noch teilweise vorhandenen Eileitern. Ebenso ist mit einer leicht höheren Zahl von Fehlgeburten (Aborte) bei Schwangerschaften nach hormoneller Stimulation (ca. 20%) zu rechnen, wobei dieser Anstieg vor allem auf das erhöhte mütterliche Alter zurückzuführen ist.

Fehlbildungen:
Neuere Untersuchungen zeigen, dass das Geburtsgewicht von Kindern nach IVF oder ICSI etwas geringer ist als üblich. Zudem ist es möglich, dass das kindliche Fehlbildungsrisiko und die Häufigkeit von Komplikationen bei der schwangeren Frau leicht erhöht sind. Allerdings können diese Probleme auch mit der ungewollten Kinderlosigkeit an sich im Zusammenhang stehen und nicht mit den Behandlungsmethoden IVF oder ICSI.

Nach einer ICSI können insbesondere bei schwerer Einschränkung der Spermaqualität spezielle Veränderungen des Erbmaterials (chromosomale Aberrationen) etwas häufiger vorkommen. Wir empfehlen deswegen bei Eintreten einer Schwangerschaft nach ICSI eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese). Ein männlicher Nachkomme kann dieselben Fruchtbarkeitsprobleme aufweisen wie sein Vater.

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